Membranbioreaktoren für kommunales Abwasser

Stetige Fortschritte in der Entwicklung neuer Membranmaterialien ermöglichen durch steigende Durchsatzleistungen und sinkende Materialkosten zusehends den Einsatz von Membranfiltrationstechnologie in der kommunalen Abwasserreinigung. Die Membrantechnologie, die in der industriellen Abwasserreinigung seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt wird, entwickelt sich damit auch für Betreiber von kommunalen Kläranlagen zu einer lohnenswerten Alternative.

Membraneinsatz zur Anpassung alter Kläranlagen

Insbesondere bei der Erweiterung bestehender Anlagen oder limitierten Platzverhältnissen kann, aufgrund des signifikant niedrigeren Platzbedarfs („Footprint“) auch die höhere Reinigungsleistung als wichtiges Entscheidungskriterium, den Ausschlag zum Einsatz von Membranfiltration geben.
So wurde auch bei der anstehenden Erweiterung der kommunalen Kläranlage in St. Peter ob Judenburg (Stmk.), aufgrund der gestiegenen Anforderungen an die Kläranlage, eine kostengünstige Alternative zum klassischen Ausbau gesucht.

1. kommunale Membrankläranlage in Österreich

Die „1. kommunale Membrankläranlage Österreichs“ wurde im April 2002 in Betrieb genommen. Die langjährige Betriebserfahrung beweist die Langzeitstabilität des kommunalen Membranbelebungsverfahren.
Kernstück der Membrankläranlage in St. Peter sind das Membranbelebungsbecken – ein bestehendes Nitrifikationsbecken wurde mit geringem Aufwand adaptiert – sowie die Hohlfasermembranen (Po-renweite: 0,4 µm), die zu Modulen zusammengefasst in das Nitrifikationsbecken eintauchen. Eine Adaptierung bestehender Klärbecken in anderen Anlagen ist ohne großen Aufwand möglich.

Hohlfasermembrane

Die Module bestehen aus einem Edelstahlgehäuse in das die Membranfasern eingearbeitet sind. Die einzelnen Fasern sind auf einer Länge von ca. 40 cm gespannt und beidseitig in ABS Harz verankert. Das Permeat wird durch Anlegen eines Unterdruckes durch die Membrane aus dem umgerüsteten Nitrifikationsbecken in den Vorratsbehälter gesaugt.
Die gesamte aktive Biomasse wird im System zurückgehalten und erhöht damit die Abbauleistung der Kläranlage signifikant, das Schlammalter wird eine frei wählbare Größe, Werte zwischen 15 – 100 Tage sind möglich. Darüber hinaus stellt die Membranfiltration eine unüberwindbare Barriere für Bakterien und Keime dar. Eine grobblasige Luftzufuhr vom Boden des Beckens sorgt für den aeroben Abbau von organischen Inhaltsstoffen sowie für die Abscherung der Schlammpartikel von der Membranoberfläche.

Höchste Reinigungsleistung

Die Reinigungsleistungen der Anlage sind bezeichnend für die Leistungsfähigkeit der Membranfiltration, der CSB – Gesamtabbaugrad während der dreijährigen Betriebszeit betrug 95,7 %, der Ammoniumgehalt und der Gesamtphosphorgehalt des Ablaufes unterschreiten die behördlich geforderten Grenzwerte deutlich. Insgesamt bleibt festzustellen, dass nicht nur die Emissionsbegrenzungen der Klasse II aus der AEV für kommunale Abwässer mehr als nur erreicht werden, sondern mit dem klaren und keimfreien Ablauf darüber hinaus die EU-Badewasserrichtlinie erfüllt wird!

=> 1. österreichische kommunale Membrankläranlage

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